VEM - Numerik - Siemens

Steuerungsentwicklung in Chemnitz
 

Erzeugnisse der Automatisierungstechnik aus Chemnitz

Numerische Werkzeugmaschinensteuerungen

1952 wird am Massachusetts Institute of Technology eine erste Werkzeugmaschine durch "Zahlen" gesteuert, d.h. durch in Zahlen codierte Befehle. 1960 erkennt Siemens dieses Potential und beginnt mit der Entwicklung von numerischen Steuerungen. 1964 kommt die erste Sinumerik auf den Markt. Mehr dazu hier: 60 Jahre Sinumerik
Seit Beginn der 60er Jahre war die stationäre Produktion von elektrischen Komponenten der wichtigste Geschäftszweig des VEB Starkstromanlagenbau. Deshalb wurde eine Abteilung für Forschung und Entwicklung gegründet. Die Leitung übernahm der Ingenieur Hans-Jochen Bartsch. Gleichzeitig wurde durch die Regierung der DDR die Zielstellung verkündet, dass sich der Starkstromanlagenbau Karl-Marx-Stadt auf die Entwicklung und Produktion von numerischen Steuerungen für den Werkzeugmaschinenbau ausrichten sollte. Bereits zuvor war die Fertigung anderer Steuerungen, etwa für den Textilmaschinenbau, ausgelagert worden, u.a. in den Starkstromanlagenbau Dresden "Otto Buchwitz". Ein Ministerratsbeschluss vom 12. Mai 1966 ernannte den VEB Starkstromanlagenbau Karl-Marx-Stadt zum "Zentrum für numerische Steuerungen". Bei der Entwicklung wird mit Forschungseinrichtungen wie dem Forschungszentrum des Werkzeugmaschinenbaus und den Maschinenherstellern zusammengearbeitet.


Paramat

Die Bahnsteuerung Paramat war eine numerische Steuerung für 2 Achsen auf digital-analoger Basis. Kernstück war ein analoger parabolischer Interpolator. Sie konnte auch als Punkt-Streckensteuerung eingesetzt werden. Zum Einsatz kam Relaistechnik sowie erste logische Schaltkreise auf Basis von Germanium-Transistoren. Eingebaut war sie in einen Schaltschrank. Sie wurde nur für wenige Maschinentypen eingesetzt. 


ENC

Die ENC ("Einfach-Numerik") hieß offiziell "Numerische Streckensteuerung mit Blockeingabe" und wurde im Wesentlichen vom Institut für Werkzeugmaschinen Karl-Marx-Stadt entwickelt. Es war eine 2-achsige Positioniersteuerung. Basis waren die TRANSLOG - Bausteine, welche logische Verknüpfungen auf Basis der Germanium-Transistortechnik realisierten. Eingebaut wurde sie in einen Schaltschrank. Sie war ebenfalls nur für bestimmte Maschinentypen geeignet. 


BNC 3

Die BNC 3  war die erste universelle Punkt-Strecken-Steuerung der DDR und wurde am Zentralinstitut für Fertigungstechnik Karl-Marx-Stadt, dem vormaligen Institut für Werkzeugmaschinen, entwickelt und ab 1967 produziert. Es handelte sich um eine Punkt-Streckensteuerung für 3 Achsen und eine Positionsanzeige auf Basis der WEMALOG-Bausteine. 


NC 400

Das System NC400 sollte dem internationalen Trend zur Ausrüstung von Werkzeugmaschinen mit numerischen Steuerungen folgen und ein System verschiedener Steuerungstypen auf der Basis integrierter Schaltkreise (IC) bereitstellen.
Das System umfasste:

  • Positionsanzeigen für 1 Achse
  • Numerische Punkt-Streckensteuerung für 3 Achsen
  • Numerische Bahnsteuerungen für 2 und 5 Achsen
  • Numerische Punkt-Streckensteuerung für 6 Achsen, davon 2 gleichzeitig

Erste Steuerungen werden ab 1974 geliefert.


CNC 500

Die CNC 500 ist 1974 die erste computergestützte numerische Steuerung der DDR. Als Computer dient dabei der Kleinsteuerrechner KRS 4100 des VEB Robotron Radebeul. 

Dieser Rechner kann mehrere Numerische Peripherieeinheiten (NCP) mit Befehlen versorgen. Damit können neben Einzelmaschinen auch Mehrmaschinensysteme gesteuert werden.

Die CNC500 wurde ab 1975 angeboten, jedoch nur in wenigen Stück hergestellt. Denn die rasche Entwicklung der Mikroelektronik ließ erahnen, dass schon in den nächsten Jahren Geräte wir die Robotron-Prozessrechner statt in einem Schrank auf einer Leiterplatte realisiert würden. Deshalb begann gleichzeitig die Entwicklung des Systems 600


CNC 600

Die CNC 600 ist eine computergestüzte numerische Steuerung (Computerized Numeric Control) des VEB Numerik „Karl Marx“ Karl-Marx-Stadt. Serienbeginn ist 10/1979.
Es handelt sich um eine frei programmierbare Steuerung für 5 Achsen in modularer Bauweise für Fräs-, Bohr-, Drehmaschinen und Bearbeitungszentren. Der Einbau erfolgt in einen Schaltschrank. Zur Ausstattung gehören ein Bildschirm, Eingabetastatur, Lochstreifenleser, Maschinensteuertafel. 


CNC-H 600

Die CNC-H 600 ist Teil des Systems 600, obwohl sie äußerlich ganz anders aufgebaut ist. Im Gegensatz zur CNC 600 und den anderen Ausleitungen aus dem System handelt es sich um die erste CNC in Kompaktbauweise. 

Sie wird für 3 spezielle Maschinentypen fest vorkonfiguriert: 

  • Punkt-Streckensteuerung für 3 Achsen (Bohren, Fäsen)
  • Bahnsteuerung für 2 Achsen (Drehen, Gewindeschneiden)
  • Bahnsteuerung für 3 Achsen (Bearbeitungzentren)

Im Vergleich zur CNC 600 ist sie deutlich preiswerter. Serienstart ist 1982.


CNC 700

Die CNC 700 wurde zunächst unter dem Namen CNC 700K als neue "kompakte Steuerung in Komponenetenbauweise" beworben. Die Bedieneinheit vereint Bildschirmanzeige, Eingabetastatur und Maschinensteuertafel. Die Steuerungselektronik war in zwei Logikkomponenten in Kassettenbauweise eingebaut, die einzeln oder zusammen mit der Bedieneinheit kombiniert werden konnten. Damit war die Konfiguration von Steuerungen für bis zu 16 Achsen möglich. Es konnten auch mehrere Steuerungen kombiniert werden, um Bearbeitungszentren mit bis zu 24 oder 32 Achsen zu bedienen. 
Projektierbare Technologiemodule ermöglichten den Einsatz für die Technologien Drehen, Bohren, Fräsen, Schleifen und Wälzen. Die Serieneinführung startete 1986. 


CNC 7000

Mit CNC 7000  wurde eine neue numerische Steuerungsgeneration bezeichnet, die auf Basis des Baugruppenbaukastens System 7000 entstehen sollte. Das System nutzte eine standardisierte Busarchitektur und basierte auf der 16-Bit-Technologie des Mikroprozessor-Marktführers Intel. Erste Ausbaustufe war die CNC 7010, eine 6-Achs-Steuerung für die Technologien Drehen, Fräsen und Schleifen. 
Die Bedieneinheit war nun mit einem Farbmonitor ausgestattet, Weitere geplante Produkte waren eine CNC 7020 für 12 und eine CNC 7040 für 24 Achsen. Der Serienbeginn 1989 fiel zusammen mit dem Ende des VEB Numerik Karl-Marx, es wurden nur wenige Exemplare ausgeliefert.